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Minarette in der Schweiz – ein Denkanstoss für Christen

Erklärung der AGIK – Arbeitsgemeinschaft für InterKulturelle Zusammenarbeit vom 29. Januar 2007

Diskussion um den Bau von Minaretten: Chance für Christen!

Die Minarett-Frage gehört in einen weiteren Zusammenhang. Aber sie (und auch die Frage nach muslimischen Friedhöfen) kommt uns besonders nah, weil es um einen sichtbaren Ausdruck der islamischen Präsenz in unserem Land geht. Und damit diskutieren plötzlich auch Schweizerinnen und Schweizer, die bisher kaum ein engagiertes Interesse am Islam hatten, mit starken Worten über eine religiöse Frage. Oder ist es „nur“ eine kulturelle Frage? Oder eine gesellschaftliche? Auf welcher Ebene steigen wir in diese Diskussion ein? Schon bei der Fragestellung landen wir also bei einem grundsätzlichen Unterschied:
Wir haben unsere Fragen schön geordnet:

  • Die religiösen Fragen bleiben im Privatbereich („Bitte nicht stören!“).
  • Die kulturellen Fragen verlangen Toleranz.
  • Für die gesellschaftlichen Fragen ist die Gesetzgebung / der Staat verantwortlich.
Orientalen / islamischen Völkern ist diese typisch westliche („aufgeklärte“) Denkweise fremd. Dort ist die Einheit von Religion und Staat tief verwurzelt – und die gesellschaftlichen Fragen werden von dieser Einheit her bestimmt. Wir hingegen sind überzeugt, dass die Trennung von Religion und Staat in einer demokratischen Gesellschaftsform die optimale Lösung für unser Zusammenleben darstellt.

Wenn uns diese grundlegend unterschiedlichen Sichtweisen in der Begegnung mit Muslimen nicht bewusst sind, verstehen wir einander garantiert nicht – oder falsch!

Es prallen also Weltanschauungen aufeinander, die auf beiden Seiten wahrgenommen und respektiert werden müssen. Hier liegt eine Chance für Christen: Ein „privatisierter Glaube“, der anscheinend in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben soll, muss vom Evangelium her hinterfragt werden!

Für die Begegnung mit Muslimen generell gibt es viel gute Literatur, viele Kurse und Orientierungshilfen (vgl. Angaben am Schluss). Dieses Papier gibt lediglich ein paar Anregungen zur aktuellen Frage. Sie sollen helfen, die notwendigen Unterscheidungen zu machen, eigene Positionen zu überdenken und in aktuellen Entscheidungsprozessen konstruktiv mitzugestalten.

Kompletten Text als PDF herunterladen

 



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